Neideitel plaudert
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Desinteresse und ein fehlender Bezug zur Bedeutung dieses weltweit einmaligen Brückenmonumentes, dies kann man der Stadtverwaltung Plauen bescheinigen. Die kläglichen Bewerbungsversuche zum 100 jährigen der erst für 3,7 Mio. Euro sanierten Friedrich-August-Brücke am 24. August 2005 zeigen dies deutlich. Eine Antwort der Stadtverwaltung auf das nachfolgende Schreiben steht noch aus. Vielleicht sollte man ein privates Unternehmen mit der Vermarktung der Brücke beauftragen.

Curt Röder Verleger



An den Oberbürgermeister
Herrn Ralf Oberdorfer
Unterer Graben
08523 Plauen



Betr. Rückbenennung des Syratalviaduktes vom politischen Namen "Friedensbrücke" in "Friedrich-August-Brücke"

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

als eine Person, die sich seit Jahren beruflich mit der Geschichte der Stadt Plauen befasst, stelle ich den Antrag, zur 100-Jahrfeier der Weihe der "Friedrich-August-Brücke" am 24. August 2005 den Anlass zu nutzen und sie wieder so zu benennen, wie sie nach ihrer Fertigstellung hieß, "Friedrich-August-Brücke". Der heutige politische Name "Friedensbrücke" (ein Allerweltsname, siehe Internet) wird der Einmaligkeit des Bauwerkes bei der touristischen Vermarktung in keiner Weise gerecht.

Ein ungepflegtes Umfeld, dichter Wildwuchs seitlich am Brückenkörper, fehlende Hinweisschilder und fehlende Fotopunkte zeigen, dass die Stadtverwaltung Plauen in der Vergangenheit an einer ernsthaften Vermarktung der Brücke zum Wohle der Stadt und ihrer Bewohner kaum das nötige Interesse gezeigt hat. Wenn man auf dem Namen Friedensbrücke beharrt, dann hätte man fairerweise auch den Tag des Ratsbeschlusses zur Namensumbenennung in Friedensbrücke im Jahre 1973 mit bewerben sollen.

Auf der einen Seite bekennt man sich nach 100 Jahren zur monarchistischen Namensgebung mit Lust und Nostalgie, auf der anderen Seite beharrt man auf einem Brückennamen, der einer weltweiten sachbezogenen Vermarktung entgegensteht.

Übrigens, den Zeitpunkt der 100-Jahr-Feier an einem Tag mitten in der Woche zu begehen, statt an einem Wochenende, das kann von mir als Unternehmer nicht nachvollzogen werden. Sicherlich auch nicht von den Plauener Berufspendlern. Eine ordentliche Bewerbung für die 100-Jahr-Feier Monate vorher bundesweit würde auch das notwendige Interesse außerhalb der Stadt Plauen geweckt haben. Selbst eine Sondermarke der Bundespost mit einem Bild der Brücke wäre dabei sicher realisierbar gewesen. In dem Arbeitsstab hätte man halt einmal über den "Tellerrand" schauen müssen. Zwischen der Golden Gate Brücke und der Friedrich-August-Brücke gibt es keinen Unterschied, es sind weltweit in ihrer Art einmalige Brückenbauwerke. Der einzige Nachteil für letztere ist, dass sie sich in Plauen im Vogtland befindet. Die vom Vogtländischen Heimatverlag Neupert am 24. August 2005 vorgestellte Dokumentation wird den ursprünglichen Namen König-Friedrich-August-Brücke tragen und nicht drei Brückennamen auf dem Titel vereinen. Selbst im Internet dominiert bei der Namenssuche für das Syratalviadukt der Begriff Friedrich-August-Brücke. Man sollte bei diesem Verwirrspiel mit drei Namen für ein Brückenbauwerk endlich einmal einen Schlussstrich ziehen. Mit meinem Anliegen spreche ich im Namen vieler Plauener Bürger.


Curt Röder
Verleger

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